<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>

Onshin jutsu

Die Kunst des Versteckens

Die Kunst des Versteckens, Verbergens, sich Unsichtbar zu machen und zu tarnen wird auch als inton oder inpō bezeichnet.

Verstecken ist die wahrscheinlich effektivste Methode des Selbstschutzes. Man kann in relativer Sicherheit beobachten oder abwarten, bis ein bestimmter Zeitpunkt gekommen ist.

Man kann die Kunst des Unsichtbarmachens grundlegend in drei verschiedene Bereiche aufteilen:

  • Vermeiden der Rückstrahlung von Licht, Vermeiden von Geräuschen und Gerüchen
  • Lahmlegen der Beobachtungsfähigkeit und Hörfähigkeit des Gegners
  • Verkleiden und Schauspielern

Um die Kunst des Versteckens zu begreifen, muss man zuerst seine eigenen Sinne verbessern und die Wirkung von Farben, Formen, Geräuschen, Entfernungen und Gerüchen ausprobieren und erkennen. Erst dann ist man in der Lage die Zusammenhänge zu verstehen und diese Auffälligkeiten zu vermeiden.

Die fünf Methoden des Inpō

Basierend auf der Grundlage des godai wurde ein Prinzip entwickelt, das Ninja beim Verbergen anwenden konnten. Diese Aspekte haben große Ähnlichkeit mit dem goton pō, und es ist im Prinzip auch nicht möglich die vielen Bereiche strikt zu trennen, da jeder Bereich mit einem anderen Bereich in direkter Wechselwirkung steht.

Chi – Methode der Erde

  • Ausnutzung von Erde
  • Verbergen in Erdlöchern, Mulden, Felsspalten oder hinter Steinen (uzura gakure no jutsu, dt. Die Kunst sich wie eine Wachtel zu verstecken)
  • Nutzung der Vegetation zur Tarnung

Sui – Methode des Wassers

  • Verstecken im oder unter Wasser
  • Nutzung von künstlichen Schilfinseln zum Verbergen

Ka – Methode des Feuers

  • Tarnung unter Ausnutzung von Licht, Schatten und Geräuschen
  • Lautloses Bewegen
  • Beachtung von Schattenwurf und Reflexion
  • Ausnutzung von Dämmerung, Nebel oder Regen zur Tarnung

Fu – Methode der Luft

  • Verbergen in erhöhter Position, wie auf Bäumen oder Masten
  • In Baumkronen verstecken
  • Auf Giebeln verbergen

Kū – Methode der Leere

  • Methoden zur Tarnung, wenn keine natürlichen Hilfsmittel zur Verfügung stehen
  • Zusammenrollen, um wie ein Felsbrocken zu erscheinen
  • Bewegungsloses stehen im Feld, um als Vogelscheuche zu erscheinen
  • Verbergen in Säcken, Körben, Fässern und anderen Behältern (shiba gakure no jutsu)
  • Unter Fußböden oder in Zwischenräumen verstecken

Grundregeln der Tarnung

  • Tarnung verbirgt den Körper, schütz jedoch nicht vor der Einwirkung von Waffen und Granaten
  • Selbst in absoluter Dunkelheit, heißt das nicht auch automatisch vollkommende Sicherheit. Es könnten technische Hilfsmittel wie Restlichtverstärker, Infrarot und Wärmebildsensoren benutzt werden
  • Wird man durch Suchscheinwerfer oder Leuchtkugeln aufgedeckt, so sollte man sich klein machen und keine Bewegungen mehr ausführen
  • In der Dunkelheit existieren keine Farben mehr, es ist also unwichtig, ob man helles Rot oder Schwarz trägt. Doch sollte man sich wegen möglicher Lichteinstrahlung für dunklere Farben entscheiden. Ein ungleichmäßiges Muster und matte Stoffe sind sogar noch einem Tiefschwarz vorzuziehen
  • In der leichten Dunkelheit wird man durch schnelle, hektische Bewegungen erkannt. Deshalb sollten Bewegungen langsam und gleitend ausgeführt werden. Wenn schnelle Bewegungen nötig sind, so sollten diese in Bodennähe ausgeführt werden und nur kurze Zeit lang stattfinden
  • Wenn man sich über weite Flächen bewegen muss, so sollte man die Route vorher planen und immer von Deckung zu Deckung springen. Dabei niemals längere Zeit gerade Strecken laufen
  • Mulden und Erdlöcher sollten ausgenutzt werden, wenn man beobachtet
  • Frische Erde eines Aushubes sollte verdeckt oder weggeschafft werden
  • In absoluter Dunkelheit benutzte der Ninja einen Trick, um sich zu orientieren. Er stellte das saya auf die Spitze seiner Schwertklinge. Damit es nicht herunterfiel, hielt er es am Band mit den Zähnen fest. Wenn er gegen einen Gegner stieß, ließ er einfach das saya fallen und hatte das Schwert sofort schlagbereit in der Hand. Außerdem diente es als Sonde und durch die doppelte Entfernung (saya und Klinge) war er immer außerhalb der Reichweite des Gegenstandes oder der Person, die er mit dieser Sonde spürte
  • Lichtquellen sollten unter keinen Umständen zu sehen sein
  • Natürliche Tarnmittel müssen häufig ausgewechselt werden, weil sie sonst durch Verwelkung oder Trockenheit auffallen können
  • Die Tarnmittel müssen in die Region passen, die natürliche Wuchsrichtung und -art ist zu beachten, d. h. Blattunterseiten sollten nach innen zeigen
  • Es kann auch künstliche Tarnung herangezogen werden, Streifen, Tarnnetze und Tarngirlanden haben eine ähnliche Tarnwirkung, wie natürliche Vegetation
  • Wenn man Gesicht und Hände tarnt, so ist auf ein unregelmäßiges Muster zu achten
  • Am besten sollte man ein Gebiet schon in der Helligkeit besuchen und sich die topographischen Gegebenheiten einprägen
  • Mondnächte sind besonders gut für Beobachtungsmissionen geeignet
  • Mondlose Nächte eignen sich für Infiltration, Exfiltration oder Kampfeinsätze
  • Regen kann helfen die eigenen Geräusche zu verbergen und die Sicht des Gegners einschränken. Außerdem werden Wachposten bei Regen unaufmerksamer und halten sich seltener im Freien auf
  • Spuren sind wenn möglich zu vermeiden oder wieder zu beseitigen
  • Schlagschatten von Objekten oder Personen sollten vermieden werden
  • Das Auge braucht eine gewisse Zeit (bis zu 20 Minuten), um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen, die Gewöhnung ans Licht dauert aber nur wenige Sekunden. Deshalb ist unbedingt ein direkter Blick in weißes Licht zu vermeiden. Um sich auf Karten oder mit Geräten zurechtzufinden sollte Rotlicht eingesetzt werden
  • Am besten immer von einer tiefen Position aus gegen den Horizont beobachten
  • Bei angestrengtem Blicken in Dunkelheit auf einen Punkt ist das Zielerkennen eingeschränkt und ein schwarzer Punkt scheint vor den Augen zu tanzen. Deshalb sollte man ein Ziel mit dem Blick umkreisen
  • Bei Beobachtungen in der Dunkelheit scheint es so, als ob sich Gegenstände bewegen. Sie scheinen ihre Form und Farbe zu verändern
  • Bei Dunkelheit erscheinen Gegenstände größer und die Entfernungen weiter. Plötzlich Aufleuchtendes Licht wirkt dadurch näher
  • Bei Lichteinwirkung unbedingt die Augen schützen, weil sonst die Nachtsicht verloren geht
  • Bewegungen quer zum Gegner sind besonders gefährlich
  • Wenn man die Hände trichterförmig vor die Augen hält, so wird die Sehfähigkeit erhöht
  • Bei direkter Konfrontation mit dem Gegner kann seine Beobachtungsfähigkeit durch Rauchbomben, chemische Gase, Sprühmittel, Blendpulver oder intensive Lichtblitze eingeschränkt oder verhindert werden
  • Bei leichtem Wind in offenem Gelände können Geräusche auf folgende Entfernungen gehört werden:
    • 70 m – Schritte eines Menschen mit Stiefeln auf dem Grasboden
    • 100 m bis 150 m – Flüstersprache
    • 130 m – Knacken von Zweigen
    • 150 m – Schritte eines Menschen mit Stiefeln auf einem Feldweg
    • 150 m – Unterhaltung mehrerer Personen ohne Vorsicht
    • 300 m – Marschierende Truppen
    • 600 m – Einschlagen von Pfählen
    • 1000 m – Auftreffen eines Spatens auf einen Stein
    • 3000 m – Motoren- und Kettengeräusche von Fahrzeugen
  • Wenn man das Ohr auf den Boden legt, wird die Hörfähigkeit verbessert
  • Um Geräusche besser orten zu können, den Kopf immer in Richtung des Geräusches drehen, eventuell die Hände als Unterstützung hinter die Ohrmuscheln legen
  • Besonders die Geräuschentwicklung sollte vermieden werden. Gespräche nur in Flüsterlautstärke halten oder vermeiden. Lieber auf Handzeichen zurückgreifen
  • Auf den eigenen Körpergeruch sollte man achten. Bei Menschen ist er zwar der Sinn, der am Schwächsten entwickelt ist, doch können Hunde in Begleitung der Wachmannschaften sein. Deshalb am besten gegen den Wind nähern