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Trainingsfaktoren

Vier Faktoren sind für einen erfolgreichen Kampf nötig:

Ausdauer

Ausdauer ist Widerstandsfähigkeit gegen Ermüdung von langanhaltenden oder sich wiederholenden äußeren und inneren hohen Belastungen und eine rasche Wiederherstellungsfähigkeit. Ein fähiger Kämpfer muss während des gesamten Kampfes seine Leistungen aufrecht erhalten.

Um die Langzeitausdauer zu verbessern ist es empfehlenswert in der Woche 90 Minuten für einen Waldlauf zu spendieren, d. h. alle zwei Tage ungefähr 30 Minuten Laufen.

Warum sollte man laufen?

Es geht schnell – Ein Tag hat 1440 Minuten. Wenn man 90 Minuten in der Woche läuft sind das 90 Minuten von 10080. Wenn man schon über 30 ist und keine Lust hat ein wenig Zeit damit zu verbringen zu laufen, dann sollte man sich schon mal darauf vorbereiten noch mehr Zeit damit zu verbringen, krank zu sein.

Es ist sicher – Laufen steigert die Kondition allmählich, man kann sich dabei kaum überanstrengen. Und man beginnt auf der Stufe, die man für seine Fitness wählt.

Es entwickelt Herz und Lungen – Herz, Lungen und Kreislaufsystem werden verbessert, man kann mehr Sauerstoff aufnehmen. Durch Laufen werden auch die Teile des Körpers trainiert, die durch Muskeltraining nicht erreicht werden können (Organe). Eines Tages hängt dein Leben vielleicht von deiner Fitness ab.

Man fühlt sich besser und sieht besser aus – Das Training verbessert die Haut und die Muskeln, man sieht optimistischer aus. Das Fett um die Hüften und Beine wird abgebaut, festigt die Muskeln und flacht den Bauch ab.

Es hilft dabei Übergewicht zu verlieren – Fettpolster werden in Muskeln umgewandelt. In Verbindung mit einer gesunden Ernährung ist Gewichtsverlust sicher.

Die Taille wird schmaler – Sowohl männliche, als auch weibliche Läufer können durch Laufen ihren Taillenumfang verringern.

Es baut Ausdauer und Zuversicht auf – Laufen macht fit. Man ist in der Lage im Beruf und in der Freizeit mehr zu leisten, ohne sich um das Herz zu fürchten.

Ein gesünderes Leben beginnt – Die Übungen sollten über lange Zeiträume regelmäßig ausgeführt werden, kurze Übungsphasen mit langen Pausen geben nur geringe Erfolge.

Bruce Lee, Expressing the Human Body

Für Kurzzeitausdauertraining empfiehlt sich z. B. dass ein Kämpfer sich von zwei Personen festhalten lässt und er versuchen muss zu entkommen.

Schnelligkeit

Unter Schnelligkeit versteht man die Fähigkeit, sich mit maximaler Geschwindigkeit zu bewegen. Im taijutsu ist Schnelligkeit ein entscheidender Faktor, so hat der Gegner keine Zeit zu reagieren. Durch extreme Geschwindigkeit und kurze Anspannung ist es möglich auch Dinge zu zerschlagen, die härter als die eigenen Knochen sind.

Bei Schnelligkeit werden zwei Arten unterschieden:

  1. Reaktionsschnelligkeit, bei der es darauf ankommt, blitzschnell auf eine gegnerische Handlung zu reagieren. Diese Geschwindigkeit ist abhängig von der Geschwindigkeit der Befehlsübermittlung zwischen Großhirn und Muskel.
  2. Bewegungsschnelligkeit, die es dem Kämpfer erlaubt eine Bewegung möglichst schnell auszuführen; etwa einen Wurf oder einen Schlag. Hier kommt es vor allem auf die Koordination der Muskeln an.

Kraft

Hierunter versteht man die Fähigkeit, durch Muskelkontraktion Widerstände zu überwinden. Hierbei werden Maximalkraft, Schnellkraft und Kraftausdauer unterschieden.

Zwar ist bei einem Kampf die richtige Technik, Geschwindigkeit und Reaktion Voraussetzung für den Sieg. Bei gleich starken Gegnern zählt aber im Grunde die Kraft. Maximalkraft wird benötigt, um z. B. den Gegner in die Höhe zu stemmen und niederzuschmettern, Kraftausdauer für Hebel- oder Haltegriffe und Schnellkraft für Schläge, Tritte und jede Art von Körperbewegung (z. B. Sprünge).

Gelenkigkeit

Unter Gelenkigkeit versteht man die Fähigkeit willkürliche Bewegungen mit einer großen Schwingungsweite in den Gelenken auszuführen. Ein beweglicher Kämpfer wird immer die Fäden bei einem Kampf in der Hand haben. Gelenkigkeit wird oft nicht beachtet, und es werden Gewichte gestemmt und Muskelmasse gezüchtet, nur leidet die Beweglichkeit unter dieser Art von Training.

Warum sollte man sich dehnen?

Dehnung verbessert Gesundheit und Fitness – Wenn sie mit richtigem Krafttraining und Airobic-Übungen wie Laufen verknüpft wird, sorgt Dehnung für das letzte Drittel der drei Nötigen Bereiche für eine vollkommene Fitness.

Dehnung verringert das Risiko von Verletzungen – Die meisten täglichen und athletischen Verletzungen sind plötzliche Verletzungen (z. B. ein Sturz, ein Autounfall oder ein Zusammenstoß mit einem anderen Individuum) oder Überdehnungen von Gelenken, Muskeln oder Bindegewebe, was zu Muskelschmerzen, Verrenkungen oder Verstauchungen führt. Kämpfer, die sich regelmäßig dehnen, haben ein 50 Prozent geringeres Verletzungsrisiko durch solche Verletzungen.

Dehnung ist eine gute Aufwärm-/Abkühlübung für anderes Training – Eine Übung vor dem Kampftraining verbessert die neuromuskuläre Koordination. Und wenn man direkt nach dem Training dehnt, verringert man die Wahrscheinlichkeit für Muskelkater und trägt zu einer schnelleren Erholung bei.

Dehnung verbessert die athletischen Fähigkeiten – Ein gelenkiger Kämpfer ist ein besserer Kämpfer und ein gelenkiger Athlet ist ein besserer Athlet. Könntest du dir einen Turner mit festen Muskeln vorstellen? Jeder Athlet der gelenkig ist hat automatisch einen physiologischen und psychologischen Vorteil.

Wenn Dehnung richtig ausgeführt wird, macht sie Spaß – Hast du dich noch nie morgens nach dem Aufwachen im Bett geräkelt? Das fühlt sich gut an, nicht war? In der Tat kann eine Dehnungsübung (…) ausgeführt werden, bevor man das Bett am Morgen verlässt. Das ist eine gute Methode deinen Körper auf den Tag vorzubereiten.

Bruce Lee, Expressing the Human Body

Um die Gelenkigkeit zu verbessern eignen sich die Übungen des jūnantaisō.